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 Wann ist eine Heizung modernisierungsbedürftig? - vom: 10-29-2002
 
Als aktuelle Meldung stellen wir Ihnen einen sehr interessanten Presseartikel des IWO (Institut für wirtschaftliche Ölheizung) vor:

Viele Hausbesitzer beurteilen die Leistungsfähigkeit ihrer Heizanlage allein nach deren Funktion und nach den Immissionsmessungen des Schornsteinfegers. Solange die Anlage störungsfrei läuft und die vorgeschriebenen Grenzwerte einhält, so eine weit verbreitete Meinung, brauche man sich keine großen Gedanken zu machen. Beide Faktoren sagen jedoch relativ wenig aus über die Effizienz einer Heizung und ihre Wirtschaftlichkeit insgesamt. So kann zum Beispiel ein 17 Jahre alter Heizkessel durchaus zuverlässig funktionieren, er ist aber, gemessen am heutigen technischen Standard, ein Energieverschwender.

Denn technisch veraltete Heizkessel bringen es im Durchschnitt nur auf eine Energieausbeute von rund 62 Prozent. Also werden von ihnen noch nicht einmal zwei Drittel des eingesetzten Brennstoffs in Nutzwärme umgesetzt. Was es kostet, solch eine veraltete Heizung zu betreiben, hat ein führender Heizgerätehersteller einmal in blanke Münze umgerechnet, und zwar unabhängig vom jeweiligen Heizöl- oder Gaspreis. Um für 100 Euro zu heizen, müssen demnach in eine alte Heizung 147 Euro gesteckt werden. In einem Altkessel verpuffen nämlich rund 20 Euro als Abgasverlust und etwa 27 Euro als Oberflächenverlust.

Beim Einsatz eines modernen Öl-Niedertemperaturkessels hingegen werden für eine Nutzwärme im Wert von 100 Euro nur 105 Euro benötigt. Lediglich ein Euro geht als Oberflächenverlust verloren, vier Euro fordert der Abgasverlust. Den Schwund beim Abgasverlust kann ein Öl-Brennwertkessel allerdings nahezu vollständig auffangen. Weil er zusätzlich die im Abgas enthaltene Restwärme für Heizzwecke nutzt, bringen beim Öl-Brennwertkessel 100 Euro Aufwand annähernd 100 Euro Nutzwärme.

Für die baldige Modernisierung einer technisch veralteten Heizung gibt es also gute Gründe. Aber wann gilt eine Heizung als sanierungsbedürftig? Wichtigstes Kriterium, erklärt das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO), ist das Alter des Heizkessels. Viele Kessel, die seit 15 Jahren betrieben werden, sind technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Und praktisch alle Heizkessel, die vor 1985 installiert wurden, mithin mindestens 17 Jahre alt sind, sollten nach Meinung von Fachleuten möglichst bald gegen moderne Anlagen ausgetauscht werden. Grundsätzlich gilt: Wenn ein Heizkessel noch mit konstant hohen Vorlauf- und Rücklauftemperaturen betrieben wird, ist er ein Energieverschwender.

Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Temperatur im Heizraum: Liegt sie im Winter über 20° C, ist dies ein klares Indiz für zu hohe Oberflächenverluste des Heizkessels. Auch bei einem Abgasverlust von mehr als neun Prozent ist eine Modernisierung geboten. Je nach Größe des Kessels hat der Schornsteinfeger in einem solchen Fall die Heizung aufgrund der verschärften Bestimmungen der Bundes-Immissions-Schutzverordnung (BImSchV) womöglich bereits angemahnt. Und schließlich: Wenn an einem Gebäude der Wärmeschutz verbessert worden ist, sollte unbedingt auch die Heizanlage dem geringeren Wärmebedarf angepasst werden. Andernfalls arbeitet eine veraltete Heizung noch unwirtschaftlicher als zuvor. Der Austausch eines überdimensionierten Altkessels gegen eine sparsame Öl-Niedertemperatur- oder Öl-Brennwertanlage ist dann also eine weitere sinnvolle, wenn nicht gar zwingende Energiesparmaßnahme.

Im Zweifelsfall helfen die Fachleute vom Heizungshandwerk. Deshalb empfiehlt IWO: "Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit Ihrem Heizungshandwerker. Er sagt Ihnen ganz genau, wie es um ihre Heizung steht, und was zu tun ist."

Quelle: IWO (Institut für wirtschaftliche Ölheizung e.V.)

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